robotik:lektion1:08_komplexe_datentypen [NwT am Albert-Einstein-Gymnasium Reutlingen]

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robotik:lektion1:08_komplexe_datentypen

8 Komplexe Datentypen − Klassen

Die bisher genannten Datentypen int, float, boolean und auch double zählen zu den sogenannten „einfachen“ Datentypen. Zur Verarbeitung solcher Informationen stellt Java grundlegende Rechenoperationen wie das Addieren oder Multiplizieren zur Verfügung. Neben den einfachen Datentypen bietet Java auch sogenannte „komplexe Datentypen“, hinter denen sich i.A. auch komplexere Daten verbergen. Zur Verarbeitung dieser Daten benötigt man spezielle, an die Daten angepasste Befehle. Komplexe Datentypen stellen deshalb über die reine Speicherfunktion hinaus ihre eigenen Befehle zur Arbeit mit den gespeicherten Daten zur Verfügung. Hinter einem komplexen Datentyp und seinen Befehlen verbirgt sich nichts anderes als eine Klasse mit ihren Datenelementen und Methoden. Bei vielen dieser Klassen geht es übrigens vorrangig gar nicht um die Speicherung von Daten, sondern um die Bereitstellung von Methoden (Befehlen), die für den Anwender nützlich sind. Die Klasse speichert dann im Hintergrund alle Informationen, die sie für ihre Arbeit braucht, ohne dass wir uns als Nutzer der Klasse wirklich für die gespeicherten Daten interessieren.

Tatsächlich hast du bereits Beispiele gesehen, wie man die Methoden einer Klasse aufruft, denn bei den Programmbefehlen zur Ausgabe von Daten im Konsolenfenster handelte es sich um solche Methodenaufrufe. Die Klasse, die die Methoden zur Ein- und Ausgabe in dem Konsolenfenster bereitstellt, heißt XKonsole. Um Befehle der Klasse aufrufen zu können, benötigt man eine Variable vom Datentyp XKonsole. Variablen, deren Datentyp eine Klasse ist, nennt man üblicherweise ein Objekt. Die Deklaration eines Objektes sieht deshalb einer Variablen-Deklartion sehr ähnlich. Nur der Anfangswert eines Objektes ist etwas komplizierter als eine einfache Zahl. Du wirst in deinen Programmen nie eigene Objekte deklarieren müssen. Alle Objekte, die wir in unseren Programmen benötigen, werden beim Anlegen der Klasse automatisch generiert. Dennoch soll hier die Deklaration unseres Konsolen-Objektes kurz erläutert werden. Du findest diese Deklaration am Anfang des Klassenblocks unserer Konsolenprogramme.

static final XKonsole konsole = new XKonsole();

Die ersten beiden Wörter static und final legen die Eigenschaften der neuen Variablen genauer fest und sollen hier nicht erklärt werden. Das dritte Wort XKonsole teilt dem Compiler mit, dass wir eine neue Variable (d.h. ein neues Objekt) vom komplexen Datentyp (= Klasse) XKonsole einführen. Das folgende Wort ist (wie bei einfachen Datentypen) der Name des neuen Objekts (hier: konsole). Dann folgt das Zuweisungszeichen “=” mit anschließendem Anfangswert und Semikolon. (Der Anfangswert new XKonsole() soll nicht weiter erklärt werden.) Sobald ein neues Objekt deklariert wurde, steht es für den weiteren Gebrauch, d.h. für Methodenaufrufe der zugrunde liegenden Klasse, zur Verfügung. Weitere allgemeine Informationen zu Methodenaufrufen folgen auf späteren Seiten.

Der letzte grundlegende Datentyp, den du kennen solltest, ist die Klasse String (mit dem vollständigen Namen java.lang.String). Objekte vom Datentyp String dienen dem Speichern von Textinformationen. In unseren Programmen arbeiten wir kaum mit Textinformationen. Deshalb musst du auch nicht lernen, wie man ein String-Objekt deklariert und welche Methoden die Klasse String zur Verarbeitung von Textinformationen zur Verfügung stellt. Die Klasse String ist für uns aber bedeutsam für den Aufruf von Methoden anderer Klassen, denn dabei spielen Datentypen ebenfalls eine wichtige Rolle. Dazu in Kürze mehr …

Merke

Du musst in deinen Programmen keine eigenen Objekte deklarieren. Die benötigten Objekt-Deklarationen werden beim Anlegen deiner Programm-Klasse automatisch im Anfangsabschnitt des Klassenblocks generiert. Sie dürfen beim Einfügen deiner eigenen Programmbefehle allerdings i.A. weder gelöscht noch verändert werden (siehe Seite zur Programmstruktur). Anhand der Deklaration eines Objekts kannst du ablesen, welchen Datentyp ein Objekt besitzt. Der Datentyp (d.h. die Klasse) eines Objekts legt fest, welche Befehle an das Objekt geschickt werden können.


Verständniskontrolle

Finde in der folgenden Auswahl alle richtigen Aussagen.

  • Der Datentyp java.lang.String (kurz: String) dient zur Speicherung und Verarbeitung von Textinformationen.
  • Alle benötigten Objekte werde im Kopfbereich des Klassenblocks deklariert. Die Deklarationen werden beim Anlegen unserer Programm-Klasse automatisch generiert und dürfen i.A. nicht gelöscht oder verändert werden.
  • In der Programmzeile zur Deklaration eines neuen Objekts im Klassenblock verrät das erste Wort nach static und final den Datentyp (die Klasse) und das zweite Wort den Namen des Objekts.
  • In der Programmzeile zur Deklaration eines neuen Objekts im Klassenblock verrät das erste Wort nach static und final den Namen und das zweite Wort den Datentyp (die Klasse) des Objekts.
  • Der Datentyp java.lang.String (kurz: String) dient zur Speicherung und Verarbeitung von Textinformationen.
  • Alle benötigten Objekte werde im Kopfbereich des Klassenblocks deklariert. Die Deklarationen werden beim Anlegen unserer Programm-Klasse automatisch generiert und dürfen i.A. nicht gelöscht oder verändert werden.
  • In der Programmzeile zur Deklaration eines neuen Objekts im Klassenblock verrät das erste Wort nach static und final den Datentyp (die Klasse) und das zweite Wort den Namen des Objekts.
  • In der Programmzeile zur Deklaration eines neuen Objekts im Klassenblock verrät das erste Wort nach static und final den Namen und das zweite Wort den Datentyp (die Klasse) des Objekts.

robotik/lektion1/08_komplexe_datentypen.txt · Zuletzt geändert: 2016/09/22 17:31 von gollnik